“AMER – DIE DUNKLE SEITE DEINER TRÄUME” | FILM REVIEW

Der 2010 erstmals in französischen Kinos gezeigte Film „Amer“ ist ein Meisterstreich an die menschlichen Sinne. Wer eine konventionelle Storyline oder ellenlange, möglichst realistische Dialoge „à la Hollywood“ erwartet, sollte diesen Film lieber gleich links liegen lassen. Wer aber die Kunst liebt, Geduld und Sinn für Ästhetik hat, ist hier genau richtig.

„Amer“ zeigt drei Abschnitte aus Anas Leben. Der erste erzählt von Anas Konfrontation mit dem Tod. Ihr Großvater, der in dem Haus der Familie aufgebahrt ist versetzt sie in Neugier und seine trauernde, in Schwarz gehüllte Frau jagt sie durch die Gänge des Hauses. Immer überall diese Glassplitter und das Wasser. Was ist Realität und was Traum? Die Bilder der ersten Episode sind klaustrophob und intensiv inszeniert. Der atemberaubende Soundtrack und die schnellen Reihen von Close-up Aufnahmen verstärken das Gefühl der Angst und des Horrors.

Eng.: The movie „Amer“, which was first shown 2010 in France is a true masterpiece. Anyone expecting a conventional storyline or yard long dialogues, should not even bother to watch this film. But anyone who loves art, has patience and aesthetic sense, is here dead right.

In three episodes „Amer“ shows sections from Ana’s life. The first episode tells us the story of Ana’s confrontation with death. As her grandfather is laid out in the family’s home and his grieving, veiled in black, wife puts Ana in fear and terror. The images of the first episode seem claustrophobic and intense and this horrific intuition is enhanced by a spectacular soundtrack, and quick close-up shots.

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Der zweite Akt spielt in ihrer Jugend und charakterisiert einen wortlosen Machtstreit mit ihrer Mutter. Ana spielt ihre neu gewonnene Weiblichkeit gegen sie aus und wird dafür bestraft.
Eine Motorradgang, böse Jungs, das Bedrohliche und gleichzeitig und gerade deswegen Reizvolle, die Lust an der Gefahr – und stets dazu der Wind, der sich in Anas Haar verfängt, Blicke, Geräusche, Schweiß.

Eng.: The second act takes place in her youth and characterizes a wordless struggle for power between her and her mother. Ana plays her newfound femininity against her and is only briefly later punished for it.
A motorcycle gang, bad guys, the threat and at the same time and for that very reason scenic, the lust for danger – and always the wind that gets caught in Ana’s; hair, looks, sounds, sweat.

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Im dritten und letzten Part sieht man Ana, nun eine erwachsen Frau, wieder in ihr Elternhaus zurückkehren. Doch wie sich schnell herausstellt, lässt ihre Kindheit sie nicht los, sondern verfolgt Sie durch die Gänge des verwahrlosten Hauses.
„Amer“ ist kein Film, den man mal soeben aus Spaß mit seinen Freunden guckt.
Die surrealistischen Elemente, die Bilder und der Sound geben dem Film eine einzigartige und reizvolle Ästhetik. „Amer“ lässt nicht nur Raum für Interpretation, sondern inspiriert und appelliert an den Zuschauer, seine Umwelt bewusster wahrzunehmen.

Eng.: In the third and last part you can see Ana, now a grown woman, returning to her parents‘ house again. But her childhood memorys pursue her through the corridors of the dilapidated house.
“Armer“ is not a movie you watch just to have a bit of fun with your friends. The surrealistic elements, the pictures and the sound are providing the movie with an appealing and unique aesthetic. “Armer” leaves room for interpretation, but also inspires and appeals to the audience to consider their environment in a more conscious way.

Pictures: IMBd