Artist of the Month | Andres Serrano

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Tot, Religion und Folter. Themen die unsere Zivilisation schon lange begleiten. Elementare Themen. Und die Bildwelten des New Yorker Ausnahmefotografen Andres Serrano. Mit seinen Werken lenkt er das Auge nicht gerade schonungslos, aber trotzdem nicht mit erhobenem Zeigefinger auf Themen, mit denen viele sich nur ungern befassen.

Bekannt machte ihn der Skandal um sein Bild „Piss Christ“ – ein in Urin getauchter Kruzifix. 2011 verhalfen christlich-motivierte Terroristen dem Foto zu  erneuter (und trauriger) Berühmtheit, als sie es bei einer Ausstellung in Frankreich zerstörten. Doch es ist nicht das einzige Werk des Fotokünstlers bei dem er mit Körperflüssigkeiten arbeitete. Für Metallica zum Beispiel kreierte er zwei Plattencover mit Rinderblut und wahlweise Urin oder seinem Sperma.

Doch Andres Serrano kann auch anders. Die feinfühligere Seite kommt bei seiner Reihe „The Morgue“ zum Vorschein. Furchtlos hält er die Kamera auf Leichen. Trotzdem wirkt sein Umgang mit den toten Körpern, die er in einer Leichenschauhalle ein letztes Mal fotografierte sehr würdevoll, fast schon zärtlich.

Andres Serrano ist – trotz seiner 65 Jahre – noch lange nicht am Ende seines Schaffens angelangt. Er beobachtet weiter fleißig die Welt und wir sind gespannt, mit welchem packenden Thema er uns das nächste Mal überrascht.

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