LOOKBOOK | Nicola Indelicato SS16

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Nicola Indelicato hatte uns schon mit seiner Debutkollektion die alle Geschlechtgrenzen sprengte – noch besser wenn die zweite („Consumed“) mindestens genauso gut ist. Der türkisch-italienische Designer behält seine androgyne Ästhetik bei, zeigt seine Mode diesmal aber nur an Männern. Die Inspiration kommt von seiner Zeit in Istanbul: Die türkische „Barbierkultur“ nutzte Nicola als Ausgangspunkt und ließ sie in seiner Kollektion in Form von Capes und Longshirts wiederspiegeln. Außerdem scheint er von der Sportswear der 70er beeinflusst worden zu sein, besonders der Braunton lässt uns an Richi Tennenbaum denken. Beim Material beibt er seinem Liebling – Leder – treu. Und genau das macht diese Kollektion so spannend: Die sportiven Looks (nochmal besonders betont durch Springseile und Wasserflaschen als Accessoires) stehen im Kontrast zum Leder das für Hosen, Jacken und Tanktops verwendet wurde. Die Silhouette ist oversized, weg vom Körper heißt das Credo. Und auch einige Prints, insbesondere Schriftzüge, kann man finden.

Aufgewachsen ist der Designer in Florenz, der einstigen Wiege Europas, in einer Familie bestehend aus Italienern, Türken und Griechen. Der Willen das Schubladendenken auszumerzen ist sicher auch in der multikulturellen Erziehung begründet. Neben der „Fuck Gender“-Einstellung sehen wir den Mut zum Mix. So schafft es dann zum Beispiel der Pulli aus dem Bild oben in die Kollektion Ein Chatverlauf, digital: „I just want to cuddle you. And kiss you. And maybe fuck you.“

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